Seit 2005 organisiert sich in der Gerberstraße 1 das Aktionskomitee 11.000 Kinder, um sich für die Ausstellung über die 11.000 im Nationalsozialismus deportierten Kinder auf deutschen Bahnhöfen einzusetzen. Im Rahmen des Vernichtungsprogramms der Nationalsozialisten wurden zwischen 1942 und 1945 unter den unzähligen Opfern des NS auch 11.000 Kinder deportiert. Um diesen Kindern, deren Schicksal bis jetzt wenig Beachtung bekam, ein würdiges Gedenken zu ermöglichen, erstellte die französische Organisation „Söhne und Töchter der deportierten Kinder“ eine Ausstellung aus Briefen, Bildern und Fotos der Kinder eine Wanderausstelleng, die auf den franzöischen Bahnhöfen, entlang der Schienen der Deportation, gezeigt wurde. Diese Ausstellung sollte logischerweise auch auf deutschen Bahnhöfen gezeigt werden. Doch die Deutsche Bahn, die Rechtsnachfolgerin der deutschen Reichsbahn, welche die Deportationen ermöglichte, boykottierte diese Ausstellung geradezu und weigerte sich somit einen dunklen Teil ihrer Geschichte aufzuarbeiten. Seit dem versuchen in ganz Deutschland organisierte Aktionskomitees, mit zahlreichen Aktionen, die Geschichtsverdrängung der DB zu skandalisieren und die Ausstellung auf deutschen Bahnhöfen zu ermöglichen. Nachdem die Verhandlungen mit der DB immer wieder gescheitert waren, plant die bundesweite Kampagne für die 11.000 Kinder nun ein Erinnerungsprojekt, welches das erste seiner Art sein wird: Mit historischen Waggons soll ein „Zug der Erinnerung“ in dem sich eine Ausstellung zu den Deportationen befindet, die Bahnhöfe besuchen. Nicht wie über die Bahnhofshallen, kann die DB die Benutzung der Schienennetze nicht verweigern. Auf diesem Wege soll eine würdige Erinnerung an die 11.000 Kinder stattfinden.

Selbstverständnis und Chronik des Weimarer Aktionskomitees 11.000 Kinder

Weitere Infos unter:

Kampagnenseite 11.000 Kinder von der Organisation German Foreign Policy
Zug der Erinnerung
Indymedia-Bericht zum Zug der Erinnerung