Vortrag zur Kritik der Menschenrechte

Wir laden am 10.12., dem internationalen Tag der Menschenrechte, zu einer Abendveranstaltung unter dem Titel „Zur Kritik der Menschenrechte“ ein. Referent ist Martin Dornis (Gruppe in Gründung) aus Leipzig. Der Vortrag beginnt um 20:00 Uhr.

Das Bekenntnis zu Menschenrechten gehört zum Grundinventar linken und demokratischen Denkens und Handelns. Aber Menschenrechte werden nach wie vor mißachtet, Körper werden versehrt, Menschen erleiden Not, Hunger und Gewalt, die unmenschliche Verfasstheit der Gesellschaft dauert an. – Sind die Menschenrechte nur nicht wirklich durchgesetzt, oder halten sie vielleicht gar nicht, was sie versprechen? Was genau versprechen sie überhaupt? Welches Bild vom Men-schen und vom Recht liegt ihnen zugrunde?

Was ist los in Weimar?

Inzwischen hat sich in mehreren Städten herumgesprochen, dass im Soziokulturellen Zentrum Gerberstraße in Weimar heftige Diskussionen geführt werden, dass es um sexuelle Übergriffe geht und dass sich eine „Spaltung“ der Weimarer Szene ankündigt.

Wir wollen im Folgenden in aller Kürze eine Übersicht über den Verlauf der Diskussionen geben. Auf der Queerschnitt-Seite veröffentlichen wir alle weiteren Texte (Positionspapier der Unterstützer_innengruppe der Betroffenen, Statement der Antifagruppe Weimar, eine detaillierte Chronik der Geschehnisse), da dieser Blog nicht mehr repräsentativ für beide Häuser (Gerber 1 und Gerber 3) stehen kann.

Am Mittwoch den 29.10. wurde auf dem Vereinsplenum der Gerberstraße zum ersten mal über die sexuellen Übergriffe gesprochen, die in den Räumen der Gerberstraße stattgefunden haben. Mehrere Betroffene, die aufgrund der Übergriffe die Gerberstraße nicht mehr besuchen wollten und konnten, hatten sich an Vertrauenspersonen gewendet. Diese U-Gruppe richtete sich am 29.10. zum ersten mal mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit. Vorangegangen war dem ein Gespräch mit dem Täter, der in der Gerberstraße wohnt. Dieses Gespräch fand am Sonntag den 26.10. statt. Ihm wurde die Möglichkeit gegeben sein Verhalten zu reflektieren und ihm wurde nahegelegt ohne eine größere Öffentlichkeit aus der Gerberstraße auszuziehen. Nach diesem Gespräch richtete der Täter sich an Vertrauenspersonen und erzählte ihnen von den Vorwürfen. Diese Vertrauenspersonen machten daraufhin die Vorwürfe öffentlich und mobilisierten zum Vereinsplenum am 29.10.. Innerhalb dieser drei Tage gab es bereits Reaktionen aus Leipzig: Die Freunde des Täters hatten die Vorwürfe und die Sicht des Täters innerhalb weniger Tage über Thüringen hinaus öffentlich gemacht.

Darauf reagierte wiederum die U-Gruppe und veröffentlichte auf dem Plenum ein Positionspapier, indem sie darstellte, dass sie nach dem Prinzip der Definitionsmacht handeln, dass die Betroffenen anonym bleiben wollen und dass keine Details über die Übergriffe veröffentlicht werden sollen. Weiterhin forderte die U-Gruppe, dass der Täter aus der Gerberstraße ausziehen muss und aus den Projekten und Zusammenhängen der Gerberstraße ausgeschlossen werden soll, damit die Betroffenen wieder Zugang zu den Räumen und der politischen Arbeit in der Gerberstraße haben können.

Auf diesem Plenum entwickelte sich eine Stimmung, die die Diskussion in den folgenden Wochen prägen sollten. Es bildeten sich zwei Lager heraus: Eine Gruppe, die sich eher der Gerberstraße 1 zuordnet, Sexismus als ein Problem in der Gerberstraße wahrnimmt und größtenteils die Definitionsmacht unterstützt und eine Gruppe, die sich eher der Gerberstraße 3 und der Wunderbar zuordnet und das Prinzip der Definitionsmacht nicht anerkennt (die Beschreibung der zwei Lager soll nicht den Eindruck erwecken, dass es sich um zwei homogene Gruppen handelt, sondern soll viel mehr eine Entwicklung darstellen). Schnell wurde auch deutlich, dass die zweite Gruppe der ersten Gruppe auf dem Plenum zahlenmäßig überlegen war und dass die U-Gruppe in eine Verteidigungs- und Rechtfertigungsposition gedrängt wurde.

An diesem Verhältnis sollte sich auch im Verlauf der Diskussion, der sich in den letzten vier Wochen vollzogen hat nicht viel ändern. Von der U-Gruppe wurden Details verlangt, es wurde eine Vermittler_innengruppe und die Bildung einer neuen U-Gruppe gefordert. Die U-Gruppe ging, jeweils nach Rücksprache mit den Betroffenen, auf keine dieser Forderungen ein und beharrte konsequent auf dem Prinzip der Definitionsmacht. Der U-Gruppe wurde hingegen vorgeworfen Macht zu missbrauchen, die Übergriffe zu instrumentalisieren oder gar erfunden zu haben und die Gerberstraße bewusst „spalten“ zu wollen. Auf den Plena und in der Zwischenzeit gab es immer wieder persönliche Angriffe und Drohungen auf Mitglieder der U-Gruppe und auf diejenigen, welche sich solidarisch mit der U-Gruppe erklärten.

Am vierten Plenum zu den Übergriffen, am 19.11., eskalierte der Konflikt, der sich gegen die Intention der U-Gruppe, längst kaum noch um die konkreten Vorfälle und die Betroffenen drehte. Nachdem mehrere Personen aus dem Umfeld der Gerberstraße 1 das Plenum verlassen hatten, kam es am 19.11. zu einer Abstimmung und mehreren Beschlüssen. Diese Beschlüsse beinhalteten, dass zwei Mitglieder der U-Gruppe, die zuvor in der Gerberstraße gewohnt hatten und als Sozialarbeiter_innen angestellt gewesen waren, aus der Gerberstraße ausziehen müssen, dass sie sämtlichen Ämtern innerhalb der Gerberstraße enthoben werden und den Zugang zu jeglicher Infrastruktur der Gerber verwehrt bekommen. Einem dritten Mitglied der U-Gruppe, die Vorstandsmitglied des Gerber 1 e.V. ist, wurde nahegelegt von diesem Vorstand zurückzutreten. Anschließend wurden mehrere Schlösser zu Räumen in der Gerberstraße ausgetauscht. Wohlgemerkt handelte es sich bei diesen Räumen um öffentliche Räume und um das Büro der Gerberstraße 1.

Außerdem stellte sich in den Beschlüssen das Mittwochsplenum ausdrücklich hierarchisch über das Montagsplenum der Gerberstraße 1 und das Gerber-WG-Plenum. In der Gerberstraße 1 war ein Hausverbot für den Täter bereits beschlossen und auf dem WG-Plenum war in einem Stimmungsbild die Mehrheit für einen Auszug des Täters.

Am folgenden Tag wurden die zwei Mitglieder der U-Gruppe, welche bis dahin der Gerberstraße gewohnt hatten, schriftlich von den Mitgliedern des Vereinsvorstand der Gerberstraße 3 über ihren Ausschluss informiert.

Mit diesen Beschlüssen kehrte das Vereinsplenum nicht nur die Forderungen der U-Gruppe, dass der Täter ausziehen soll und den Betroffenen der Zugang wieder ermöglicht werden soll, in ihr Gegenteil. Sondern damit wurden zum ersten mal in der Gerberstraße Vereinsstrukturen für den sozialen und politischen Alltag wirksam. Bis dahin galten die beiden Vereine der Gerberstraße nur als Formalien, um in Verhandlungen mit der Stadt Weimar eine Rechtsperson stellen zu können, Legalisierung und Duldung für die beiden Hausprojekte zu erlangen und um öffentliche Fördermittel beziehen zu können.

Außerdem wurde den Menschen, welche die Räume der Gerberstraße 1 benutzen und dort politischen und kulturellen Aktivitäten nachgehen, über die Nutzung der Macht der Vereinsstruktur, das Recht auf Selbstorganisation und Beschlussfähigkeit abgesprochen. Dabei sollte auch benannt werden, dass ein Großteil derjenigen Menschen, welche diese Entscheidungen per Abstimmung beschlossen haben, seit Jahren kaum am politischen und sozialen Alltag der Gerberstraße (außerhalb des Kneipenlebens) beteiligt sind.

Die Zukunft des Soziokulturellen Zentrums Gerberstraße, welches bundesweit als linksradikales Projekt und Teil einer emanzipatorischen Bewegung bekannt ist, ist somit akut in Frage gestellt. Wir vermuten, dass darum in den nächsten Monaten Kämpfe geführt werden. In der Auseinandersetzung der Linken mit Geschlechterverhältnissen und sexualisierter Gewalt, haben die Auseinandersetzung innerhalb der Gerberstraße inzwischen (in einem negativen Sinne) Geschichte gemacht.

Statement der U-Gruppe

Eine Chronik der Vorfälle

Statement der Antifagruppe Weimar

Forderungen von 40 Leuten aus der Gerber 1

Jugendkulturen Themenreihe 3

19.10. Sonntag – 20:00 Uhr Gerberstraße 1
Fans und Hooligans in der DDR

22.10. Mittwoch – 20:00 Uhr Gerberstraße 1
Besetze deine Stadt!

1. Häuserkämpfe in Kopenhagen
mit Tobias Alm (Assoziation A), Autor des Buches „Besetze deine Stadt

2. Häuserkämpfe in Erfurt
zur aktuellen Bedrohung des Besetzten Hauses in Erfurt
Mobilisierung für die Demo: „Hände weg vom besetzten Haus in Erfurt“ am 22.11. um 13:oo Uhr in Erfurt
mit Besetzer_innen eines Teils des Topf-und-Söhne-Geländes, Infos:
http://topf.squat.net/
http://haendeweg.blogsport.de/

25.10. Samstag, 20:00 Uhr Gerberstraße 1
Infoveranstaltung zur Kampagne „Lets Fight White Pride“
http://www.letsfightwhitepride.de/

Ausstellung Über Edelweißpiraten in Weimar

Als Teil der antifaschistischen Jugendarbeit hat der Gerberstr.1 eV in Zusammenarbeit u.a. mit dem Stadtmuseum Weimar, Antifagruppen in Weimar und im Weimarer Land, die Ausstellung „Von Navajos und Edelweisspiraten – unangepasstes Jugendverhalten in Köln zw. 1933 und 1945“ vom Freitag 25. April bis 08 Juni 2008 in die Kunsthalle (Goetheplatz 9b) Weimar eingeladen.

Wir wollen nachhaltiges Interesse an Lokal- und Nazigeschichte wecken, Mitgefühl für die verfolgten Jugendlichen zeigen sowie couragiertes Engagement gegen Faschismus, Rassismus und Anti-Semitismus unterstützen.
Wichtigste Zielgruppe sind dabei Schüler und junge Menschen. Dazu kommen Multiplikatoren: in der Jugend- und Antifaschismus-Arbeit Tätige, Lehrer_Innen, Eltern, sowie Normalbürger_innen und Interessierte.

Die Ausstellung umfasst drei Dutzend Tafeln über Edelweißpiraten, HJ, soziales und geschichtliches Umfeld. Zudem gibt es ein umfangreiche Begleitprogramm mit Zeitzeugen, Vorträgen, Filmen und Fahrten.
Die Eröffnung ist am 25. April um 17 Uhr.

Edelweißpiraten waren widerständige Jugendliche in der Tradition von Bündischer, linker/Arbeiter oder rein informeller Jugend, die sich ab 1943 in vor allem westdeutschen Großstädten: Köln, Dortmund, Düsseldorf etc durch Leben von Gegenkultur bis hin zu offenem Widerstand: ua. Sabotage, Verstecken von Nazi-Verfolgten der All(tags)macht der Nationalsozialisten widersetzten und dadurch häufig in Konflikt mit der Hitlerjugend und der Gestapo kamen.
Die Gründung der Hitlerjugend war ein Ergebnis des allerwichtigsten zweiten Parteitages der NSDAP im Juni 1926 in Weimar. Im Zuge der totalen Machtergreifung wurden alle anderen Jugendbewegungen gleichgeschaltet oder direkt verboten und verfolgt. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach kam aus Weimar.

Begleitprogramm:

Sa 03.05.
10 Uhr Gerber 1
Fahrt nach Burg Ludwigstein ( Museum der deutschen Jugendkulturen )

Mo 05.05.
19.30 Uhr Mon Ami
Film: „Hella Hirsch und ihre Freunde“ über die Baum-Gruppe in Berlin + Lesung + Diskussion

Mi 07.05.
10 Uhr Mon Ami
Film: „swing kids“

Do 08.05.
10 Uhr Mon Ami
Film: „Edelweisspiraten“

17.30 Uhr
Mon Ami Film: „Edelweisspiraten“

Fr 09.05.
17.30 Uhr Mon Ami
Film: „Edelweisspiraten“

Mi 14.05.
19 Uhr Stadtmuseum
Vortrag: Arno Klönne zu „Jugendwiderstand im 3. Reich – die Hitlerjugend und ihre Gegner“

Mi 28.05.
19 Uhr Stadtmuseum
Vortrag und Bilderpräsentation: Dr Riederer ( Stadtarchiv ) zu „Goethe als Erzieher der deut-schen Jugend ? – zur Kulturarbeit der Hitlerjugend unter Baldur von Schirach in Weimar 1937 – 1942“

Fr 30.05.
12 uhr Gerber 1
Fahrt nach Berlin ( ua. Museum Wandervögel )

Fr 06.06.
12 Uhr Gerber1
Fahrt nach Köln ( Gedenkstätte ELDE-Haus )

Gerber 3 feiert 18. Geburtstag

Das Problem hat einen Namen! Rechte Gewalt benennen! Demo am 16.03.

Nach dem Naziangriff auf das soziokulturelle Zentrum tut sich die lokale Presse wieder einmal schwer das Problem beim Namen zu nennen. So schreibt beispielsweise die TLZ in der Lokalausgabe vom 11.03., von einer Zuspitzung der Auseinandersetzungen zwischen links und rechts, anstatt klar zu benennen von wem in Weimar die Gewalt ausgeht. Weiterhin werden in der lokalen Presse unkommentiert die Stellungsnahmen der Polizei übernommen, für die der Angriff anscheinend ein undurchschaubares, nebulöses Geschehen gewesen ist. Am Ende erscheint der brutale Naziangriff in der Weimarer Öffentlichkeit als eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Jugendbanden. (Siehe auch Artikel der Gruppe AGAP)

Dem wollen wir am Sonntag den 16.03. mit einer Demonstration etwas eindeutiges entgegensetzen: Der Angriff auf die Gerberstraße ging von Neonazis aus und hatte einen ideologischen Hintergrund. Die Gerberstraße, die sich für Flüchtlinge und Migrant_innen einsetzt, die kontinuierlich antifaschistische Arbeit leistet und Raum für eine alternative Kultur bietet, ist nicht nur Nazis aus Weimar seit Langem ein Dorn im Auge. Desweiteren war der Angriff auf die Gerberstraße kein Einzelfall, sondern eingereiht in eine kontinuierliche Zuspitzung rechter Gewalt in Weimar. Immer wieder werden in Weimar alternative und linke Jugendliche von Nazis angepöbelt und angegriffen.

Wir wollen weiterhin die Gerberstraße als einen Freiraum nutzen, in dem wir keine Angst vor Nazis haben müssen. Dementsprechend werden wir diesen Freiraum verteidigen!

Wir solidarisieren uns außerdem mit dem Sama-Café in Berlin, welches am vergangenen Wochenende ebenfalls von Nazis angegriffen wurde, mit den Linken die in Pösneck von Nazis überfallen wurden und mit dem Kulturhaus und dem Café Move Ya in Dormund, welches am letzten Wochenende von Nazis verwüstet wurde!

Demonstration am 16.03. in Weimar
“Rechte Gewalt benennen! Freiräume verteidigen!”

Treffpunkt: 14:00 Uhr Baudertplatz/Bahnhofsvorplatz

Brutaler Angriff auf Gerberstraße

In der Nacht vom 8.03. zum 09.03. gab es in Weimar einen der brutalsten Angriffe auf das soziokulturelle Zentrum Gerberstraße 3 seit den 90er Jahren. Zwischen 2:00 und 3:00 Uhr versuchten ca. 20 mit Knüppeln, Teleskopschlagstöcken und Zaunslatten bewaffnete Neonazis in die Gerberstraße einzudringen und bewarfen die Häuser und anwesende Personen mit Steinen und Flaschen. Dabei wurden mehrere Personen leicht und zwei Personen gefährlich verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die sofortige Reaktion der Gäste und Bewohner_innen konnte das Treiben nach ca. 20 Minuten beenden und die Nazis schließlich aus dem direkten Umfeld der Gerberstraße vertreiben.

Bereits gegen 2:00 Uhr wurde deutlich, dass sich auffällig viele Nazis in der Innenstadt bewegten. Kurze Zeit später bewegte sich ein Mob von ca. 20 Nazis aus Richtung des Atriums auf auf die Gerberstraße zu, brüllten lautstark Drohungen und rissen schließlich Zaunslatten aus dem Gartenzaun der Gerberstraße 1, woraufhin in der Kneipe der Gerber 3 der Hausalarm ausgelöst, die Türen geschlossen und die Polizei alarmiert wurde. Daraufhin bewarfen die Nazis beide Häuser mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen, wodurch unter Anderem ein Fenster beschädigt wurde. Als die Nazis versuchten die Türen einzurammen begannen sich die Besucher_innen mit dem Werfen von Flaschen zu wehren und begaben sich schließlich geschlossen vor die Tür. Sofort begannen die Nazis diese Personen mit Teleskopschlagstöcken, Totschlägern und Zaunslatten anzugreifen. Dabei wurden zwei Personen von mehreren Nazis bewusstlos geschlagen, einer erlitt eine Platzwunde am Auge, mehrere Blessuren und eine schwere Gehirnerschütterung, der andere eine Schädelprellung. Beide mussten im Krankenhaus behandelt werden. Durch das schnelle und entschlossene Handeln der Anwesenden konnten die Nazis schließlich in die Flucht geschlagen werden, wobei es dennoch immer wieder zu körperlichen Auseinandersetzungen kam. Die Nazis verteilten sich jedoch nicht, sondern sammelten sich wieder direkt vor dem neuen Polizeirevier um sich, nun zu ca dreißigst, erneut in Richtung Gerberstraße zu bewegen. Als sie sich auf der Höhe des Brühls befanden, traf schließlich die Polizei ein: eine halbe Stunde nachdem sie alarmiert worden war. Die Polizei konnte von ca. 6 Nazis Personalien aufnehmen, ließ diese daraufhin jedoch wieder laufen. Nach dem Angriff versammelten sich einige der Angreifer in der Ebertstraße, wo sie sich vermutlich auch vor dem Angriff versammelt hatten. Während des Angriffs wurden mehrere bekannte Nazis aus Apolda erkannt.

Wir kritisieren scharf und halten es für einen Skandal, dass am Ende eine der Personen, die zuvor von den Neonazis bewusstlos geschlagen worden war, noch im Krankenwagen von der Polizei verhört wurde als hätte es sich um den eigentlichen Täter gehandelt.

Während der ganzen Nacht blieben auffällig viele Nazis in der Innenstadt präsent. Gegen 4:00 Uhr kam es zu einem weiteren Übergriff in der Nähe der Gerberstraße. Auf der Höhe der Sparkasse wurde ein 17-jähriges Mädchen, welches auf dem Nachhauseweg von der Gerberstraße war von vier Nazis vom Fahrrad getreten und beschimpft.

Dieser erneute Angriff von Neonazis auf das autonome Zentrum Gerberstraße reiht sich in die Ereignisse der letzten Wochen und Monate ein. Bereits im Dezember kam es zu einem versuchten Angriff und beinahe jedes Wochenende kam es zu Übergriffen auf linke und alternative Jugendliche. Auch am vergangenen Freitag wurden am hellichten Tag einige Punks von Nazis mit Flaschen beworfen und verfolgt. Die rechte Gewalt scheint in Weimar langsam zum Normalzustand zu werden und beschränkt sich längst nicht mehr auf Problembezirke wie Weimar West oder Schöndorf.

Angesichts dieser Lage ist es von großer Bedeutung Nazistrukturen offenzulegen und zu bekämpfen. So gilt es unter Anderem den Naziaufmarsch am 5. April zu verhindern. Auch an diesem Wochenende wird mit Übergriffen zu rechnen sein. Weiterhin bedarf es großer Solidarität um der Nazigewalt etwas entgegensetzen zu können.

Nazigewalt in Weimar spitzt sich zu / Nazis wollen in Weimar demonstrieren

Seit einiger Zeit machen Weimarer Neonazis immer wieder auf sich aufmerksam. Durch Flugblattaktionen und spontane Demonstrationen, zu denen es in letzter Zeit immer wieder gekommen ist, verbreiten sie ihr völkisches und nationalistisches Gedankengut auf Weimars Straßen, doch setzen dieses auch radikal und brutalstmöglich in die Tat um. So kam es in letzter Zeit gehäuft zu Angriffen auf alternative Jugendliche und andere Menschen welche nicht in das menschenverachtende Weltbild der Neonazis passen. Zusätzlich hat der Kreisverband der NPD Weimar, Weimarer Land angekündigt am 5. April eine Demonstration in Weimar durchführen zu wollen.

Ganzer Text hier.

Zug der Erinnerung in Weimar und Apolda

Vom 21. bis zum 28. Januar fand in Weimar eine Gedenkwoche zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Deportationen unzähliger Menschen in die Konzentrationslager statt. Im Rahmen dieser Gedenkwoche machte am Samstag den 26. Januar der Zug der Erinnerung Halt in Weimar. Der Zug dann weiter nach Apolda, wo dieses Ereignis ebenfalls in ein vielfältiges Rahmenprogramm eingebettet war. Insgesamt erreichte das einzigartige Projekt, dessen Umsetzung durch das Engagement vieler lokaler Gruppen möglich wurde, in Weimar und Apolda über 5.000 Menschen.

Gesamter Text hier. Den Redebeitrag der Autonomen Antifa Weimar zum Zug der Erinnerung gibt es hier.

Zug der Erinnerung in Weimar

Seit dem Frühjahr 2005 beteiligen sich die Gerberstraße und das Weimarer Aktionskomitee 11.000 Kinder an den Protesten gegen den Boykott der Deutschen Bahn eine Ausstellung über das Schicksaal von über 11.000 deportierten Kindern zu zeigen. Im Rahmen der bundesweiten Initiative „11.000 Kinder“ wurde das Projekt „Zug der Erinnerung“ ins Leben gerufen. Über diesen Umweg soll nun auf den Bahnhöfen in Deutschland an das Schicksal der deportierten Menschen im NS gedacht werden.
Der Zug wird vom 26. – 28. Januar in Weimar und Apolda halt machen. Eingerahmt wird dieses Ereignis durch zahlreiche Veranstaltungen. Infos dazu gibt es hier: